Konsolidierungsgrundsätze

Alle Tochterunternehmen, die die Bertelsmann SE & Co. KGaA gemäß IAS 27 direkt oder indirekt beherrscht und die einen Geschäftsbetrieb aufweisen, sind in den Konzernabschluss einbezogen. Beherrschung liegt vor, wenn die Bertelsmann SE & Co. KGaA die Möglichkeit oder die tatsächliche Fähigkeit hat, direkt oder indirekt die Finanz- und Geschäftspolitik eines Unternehmens so zu bestimmen, dass sie Nutzen aus dessen Geschäftstätigkeit zieht. Das Gesamtergebnis wird den Eigentümenr des Mutterunternehmens und den nicht beherrschenden Anteilen zugeordnet, auch wenn dadurch die nicht beherrschenden Anteile einen Negativsaldo aufweisen.

Wesentliche Unternehmen unter gemeinschaftlicher Führung im Sinne des IAS 31 werden quotal konsolidiert. Wesentliche assoziierte Unternehmen werden gemäß IAS 28 nach der Equity-Methode einbezogen. Dies ist grundsätzlich bei Stimmrechtsanteilen zwischen 20 und 50 Prozent der Fall. Bei geringerem Anteilsbesitz wird die Bilanzierung nach der Equity-Methode durch das Vorliegen eines maßgeblichen Einflusses nach IAS 28.7 begründet. Alle in den Konzernabschluss einbezogenen Abschlüsse werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt. Unwesentliche Beteiligungen werden im Bertelsmann-Konzern unter Berücksichtigung von IAS 39 dargestellt.

Entsprechend IFRS 3 werden Unternehmenserwerbe nach der Erwerbsmethode bilanziert. Dabei wird die bei einem Unternehmenszusammenschluss übertragene Gegenleistung zum Zeitpunkt des Erwerbs mit dem zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbszeitpunkt bewerteten Eigenkapital verrechnet. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten werden grundsätzlich erfolgswirksam erfasst. Sofern anwendbar, wird eine bedingte Gegenleistung mit dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert bewertet. Übersteigt die Summe aus der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag aller nicht beherrschenden Anteile am erworbenen Unternehmen sowie dem zum Erwerbszeitpunkt geltenden beizulegenden Zeitwert eines zuvor gehaltenen Eigenkapitalanteils an dem erworbenen Unternehmen den beizulegenden Zeitwert des identifizierbaren Nettovermögens, wird der Unterschiedsbetrag als Geschäfts- oder Firmenwert bilanziert. Negative Unterschiedsbeträge werden in der Periode des Erwerbs erfolgswirksam erfasst. Latente Steuern aus bei einem Unternehmenserwerb erworbenen Vermögenswerten und übernommenen Schulden werden nach IAS 12 angesetzt und bewertet. Die Folgebewertung der erworbenen Vermögenswerte und der übernommenen oder eingegangenen Schulden erfolgt im Einklang mit anderen anwendbaren IFRS. Anteile nicht beherrschender Anteilseigner werden ebenfalls mit den anteiligen beizulegenden Zeitwerten der Vermögenswerte und Schulden bewertet. Wenn die übertragene Gegenleistung des Unternehmenszusammenschlusses oder die den identifizierbaren Vermögenswerten und übernommenen Schulden des erworbenen Unternehmens zuzuweisenden beizulegenden Zeitwerte zum Zeitpunkt der erstmaligen Bilanzierung nur provisorisch bestimmt werden können, wird der Unternehmenszusammenschluss mittels dieser provisorischen Werte bilanziert. Die Fertigstellung der erstmaligen Bilanzierung erfolgt in Übereinstimmung mit IFRS 3.45 unter Berücksichtigung des Bewertungszeitraums von einem Jahr. Vergleichsinformationen für Berichtsperioden vor Fertigstellung der erstmaligen Bilanzierung werden so dargestellt, als wären diese bereits zum Erwerbszeitpunkt vollzogen. Die Kapitalkonsolidierung quotal konsolidierter Unternehmen erfolgt nach den gleichen Grundsätzen.

Die nach der Equity-Methode einbezogenen assoziierten Unternehmen werden mit dem anteiligen, im Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Eigenkapital der jeweiligen Beteiligung bilanziert. Für den sich ergebenden Unterschiedsbetrag zwischen den Anschaffungskosten im Erwerbszeitpunkt und dem anteiligen Eigenkapital gelten die Grundsätze der Vollkonsolidierung. Verluste aus assoziierten Unternehmen, die den Wert des Beteiligungsanteils übersteigen, werden nicht erfasst, sofern keine Nachschusspflicht besteht.

Alle konzerninternen Gewinne und Verluste, Umsatzerlöse, Aufwendungen und Erträge sowie Forderungen und Verbindlichkeiten bzw. Rückstellungen innerhalb des Konsolidierungskreises werden eliminiert. Auf ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge werden latente Steuern gemäß IAS 12 abgegrenzt. Die quotale Konsolidierung erfolgt anteilsmäßig nach den gleichen Grundsätzen. Bei Transaktionen zwischen vollkonsolidierten Konzernunternehmen und assoziierten Unternehmen werden Gewinne und Verluste entsprechend dem Konzernanteil eliminiert.

Änderungen der Beteiligungsquote des Mutterunternehmens an einem Tochterunternehmen, die nicht zu einem Verlust der Beherrschung führen, werden als Eigenkapitaltransaktionen bilanziert. Nach dem Verlust der Beherrschung eines Tochterunternehmens erfolgt dessen Endkonsolidierung entsprechend den Vorschriften des IAS 27. Alle an dem ehemaligen Tochterunternehmen weiterhin gehaltenen Anteile sowie alle von dem ehemaligen oder an das ehemalige Tochterunternehmen geschuldeten Beträge werden ab dem Zeitpunkt des Beherrschungsverlustes gemäß den einschlägigen IFRS bilanziert.

Konsolidierungskreis

Der Konsolidierungskreis einschließlich der Bertelsmann SE & Co. KGaA umfasst 968 (Vj.: 835) Unternehmen. Darin enthalten sind 891 (Vj.: 767) vollkonsolidierte Unternehmen. 34 (Vj.: 33) Gemeinschaftsunternehmen werden quotal in den Konzernabschluss einbezogen. Nach der Equity-Methode werden 43 (Vj.: 35) assoziierte Unternehmen bilanziert. Nicht konsolidiert werden 241 (Vj.: 221) Unternehmen ohne nennenswerten Geschäftsbetrieb und mit einer insgesamt untergeordneten Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Bertelsmann-Konzerns. Unter diesen nicht konsolidierten Unternehmen befinden sich 44 (Vj.: 39), die nach der Equity-Methode zu bilanzieren wären.

Die Änderungen des Konsolidierungskreises gegenüber dem vergangenen Geschäftsjahr können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden:

Entwicklung Konsolidierungskreis  

InlandAuslandGesamt
Einbezogen zum 31.Dezember 2012309526835
Zugänge21167188
Abgänge262955
Einbezogen zum 31.Dezember 2013304664968

Die vollständige Liste des Anteilsbesitzes des Bertelsmann- Konzerns gemäß § 313 Abs. 2 HGB wird als Anlage zum vorliegenden Abschluss im Bundesanzeiger veröffentlicht und auf der Hauptversammlung ausgelegt. Die sich im Besitz von assoziierten Unternehmen befindenden Anteile finden keine Berücksichtigung in der Anteilsbesitzliste.

Die unter Textziffer 31 offengelegten Tochtergesellschaften nutzen im Geschäftsjahr die Befreiungsvorschriften zur Aufstellung, Prüfung und Offenlegung eines Jahresabschlusses gemäß § 264 Abs. 3 HGB bzw. § 264b HGB sowie nach ausländischen Vorschriften.

Akquisitionen und Desinvestitionen

Im Geschäftsjahr 2013 wurden für Akquisitionen nach Abzug erworbener liquider Mittel Zahlungen in Höhe von 504 Mio. € (Vj.: 88 Mio. €) geleistet. Die übertragene Gegenleistung im Sinne von IFRS 3 unter Berücksichtigung des beizulegenden Zeitwerts der bereits gehaltenen Anteile belief sich für diese Akquisitionen im Berichtsjahr auf 1.697 Mio. € (Vj.: 149 Mio. €).

Nach Beendigung der behördlichen Prüfungen hat Bertelsmann am 30. März 2013 die vollständige Übernahme des Musikrechteunternehmens BMG abgeschlossen. BMG ist eine auf das Management von Musikrechten spezialisierte internationale Gruppe von Musikfirmen, die vor der Übernahme gemeinsam mit Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) in einer Partnerschaft geführt wurde. Bertelsmann hat die ausstehenden 53 Prozent der Anteile erworben, sodass BMG nun als 100-Prozent-Tochterunternehmen gezeigt wird. Die übertragene Gegenleistung von 637 Mio. € entfällt mit 385 Mio. € auf den vollständig durch Zahlungsmittel erbrachten Kaufpreis für die neu erworbenen Anteile sowie mit 252 Mio. € auf den beizulegenden Zeitwert der bereits gehaltenen und at-equity bilanzierten Beteiligung. Die Neubewertung der bereits gehaltenen Beteiligung führte zu einem sonstigen betrieblichen Ertrag in Höhe von 109 Mio. €. Der steuerlich nicht abzugsfähige Geschäfts- oder Firmenwert aus der Kaufpreisallokation betrug 326 Mio. € und resultierte aus dem Ausbau der Wachstumsplattform Content Rights Management sowie aus der Nutzung der Chancen der digitalen Transformation der Musikindustrie. Seit der vollständigen Übernahme trug BMG Umsatzerlöse in Höhe von 174 Mio. € zum Konzernumsatz und -10 Mio. € zum Konzernergebnis bei. Bei Vollkonsolidierung von BMG ab dem 1. Januar 2013 hätte diese 213 Mio. € zum Konzernumsatz und -14 Mio. € zum Konzernergebnis beigetragen.

Darüber hinaus übernahm Arvato nach Beendigung der behördlichen Prüfungen am 13. Juni 2013 100 Prozent der Anteile an der Gothia Financial Group mit Sitz in Norwegen. Durch die Zusammenführung des Finanzdienstleisters mit Arvato Infoscore steigt Arvato zu einem der führenden europäischen Unternehmen im schnell wachsenden Markt für Business Information und Finanzdienstleistungen auf. Die übertragene Gegenleistung von 207 Mio. € enthält neben dem durch Zahlungsmittel erbrachten Kaufpreis einen Ablösungsbetrag für ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 20 Mio. €. Aus der Kaufpreisallokation ergab sich ein steuerlich nicht abzugsfähiger Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 186 Mio. €. Dieser resultierte aus der Internationalisierung des Produktportfolios für die Finanzdienstleistungen sowie aus dem weiteren Ausbau der Kundenbranche E-Commerce und der erwarteten Realisierung von Kostensynergien mit Arvato Infoscore. Die mit der Transaktion verbundenen Aufwendungen in Höhe von -4 Mio. € wurden ergebniswirksam erfasst. Seit dem Erwerbszeitpunkt trug die Gothia Financial Group Umsatzerlöse in Höhe von 66 Mio. € zum Konzernumsatz und 6 Mio. € zum Konzernergebnis bei. Bei Vollkonsolidierung von Gothia ab dem 1. Januar 2013 hätte diese 116 Mio. € zum Konzernumsatz und 10 Mio. € zum Konzernergebnis beigetragen.

Mit Erfüllung der vertraglich vereinbarten aufschiebenden Bedingungen wurde die zwischen Bertelsmann und Pearson im Oktober 2012 vereinbarte Transaktion für den Zusammenschluss ihrer jeweiligen Verlagsgruppen, Random House (mit Ausnahme des deutschsprachigen Verlagsgeschäftes) und Penguin, am 1. Juli 2013 abgeschlossen. An der neu entstandenen weltweit größten Publikumsverlagsgruppe Penguin Random House hält Bertelsmann als beherrschender Anteilseigner 53 Prozent der Anteile, Pearson als nicht beherrschender Anteilseigner 47 Prozent. Die Gruppe umfasst alle Verlagseinheiten von Random House und der Penguin Group in den USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland, Indien und Südafrika sowie die Random-House-Verlage in Spanien und Lateinamerika und die Penguin-Geschäfte im asiatischen Raum und in Deutschland. Dem Closing waren behördliche Prüfungen in mehreren Ländern der Welt vorausgegangen. Alle Freigaben wurden ohne jegliche Auflagen erteilt. Die Einbringung von Penguin durch Pearson wurde im Bertelsmann- Konzernabschluss als ein Unternehmenszusammenschluss im Sinne von IFRS 3 erfasst. Dabei werden die von Penguin eingebrachten Vermögenswerte und Schulden zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Die übertragene Gegenleistung hierfür entspricht dem beizulegenden Zeitwert des eingebrachten Random-House-Anteils und betrug gemäß einer Ermittlung auf Basis eines Discounted-Cashflow-Verfahrens 773 Mio. €. Nach Verrechnung mit dem anteiligen neubewerteten Eigenkapital von Penguin ergab sich aus der Kaufpreisallokation ein steuerlich nicht abzugsfähiger Geschäfts- oder Firmenwert von 414 Mio. €. Dieser resultierte aus der höheren strategischen Flexibilität bei der Stärkung des Verlagsgeschäfts sowie aus der erwarteten Realisierung von großen Synergieeffekten aufgrund gemeinsamer Investitionen in das physische und digitale Spektrum von Buchakquise, -produktion und -vertrieb genauso wie in wachstumsstarke Zukunftsmärkte. Die mit der Transaktion verbundenen Aufwendungen von -14 Mio. € wurden ergebniswirksam erfasst. Die seitens Bertelsmann eingebrachten Vermögenswerte und Schulden von Random House werden weiterhin mit ihren Buchwerten bilanziert. Die Verminderung der Beteiligungsquote an Random House erfolgte ohne Verlust der Beherrschung im Sinne von IAS 27 und wurde als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Unter Berücksichtigung der Konzernbuchwerte zum Zeitpunkt des Zusammenschlusses wurde ein nicht beherrschender Anteil von 362 Mio. € erfasst. Ferner erhöhte sich das den Bertelsmann-Aktionären zuzurechnende Eigenkapital um 411 Mio. € als Differenz zwischen den Buchwerten und dem beizulegenden Zeitwert der entsprechenden Anteile. Somit betrug der zum Zeitpunkt des Zusammenschlusses ausgewiesene Betrag des nicht beherrschenden Anteils an Penguin Random House insgesamt 676 Mio. €. Der beizulegende Zeitwert der erworbenen Forderungen beläuft sich zum Erwerbszeitpunkt auf 321 Mio. €. Davon entfallen 209 Mio. € auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie 112 Mio. € auf sonstige Forderungen. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind mit -52 Mio. € wertberichtigt, sodass sich der Bruttobetrag der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf 261 Mio. € beläuft. Bei sonstigen Forderungsposten entspricht der beizulegende Zeitwert dem Bruttobetrag. Seit 1. Juli 2013 trug die Penguin Group Umsatzerlöse in Höhe von 746 Mio. € zum Konzernumsatz und 53 Mio. € zum Konzernergebnis bei. Bei Einbeziehung der Penguin Group ab dem 1. Januar 2013 hätte diese 1.339 Mio. € zum Konzernumsatz und 34 Mio. € zum Konzernergebnis beigetragen.

Darüber hinaus tätigte der Konzern im Geschäftsjahr 2013 mehrere Akquisitionen, die für sich genommen jedoch nicht wesentlich waren. Die Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns ist ebenfalls von untergeordneter Bedeutung. Aus den sonstigen Akquisitionen entstanden steuerlich nicht abzugsfähige Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 66 Mio. €, die Synergiepotenziale widerspiegeln. Die sonstigen Neuerwerbe im Rahmen des IFRS 3 trugen seit der Erstkonsolidierung 27 Mio. € zum Umsatz und -3 Mio. € zum Konzernergebnis bei. Bei Einbeziehung dieser Neuerwerbe ab dem 1. Januar 2013 hätten diese 55 Mio. € zum Umsatz und -2 Mio. € zum Konzernergebnis beigetragen.

Die Auswirkungen der Akquisitionen auf die Vermögenswerte und Schulden im Bertelsmann-Konzern zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung sind in der nachfolgenden Tabelle zusammengefasst:

Auswirkungen der Akquisitionen  

BMGGothia Financial
Group 
Penguin GroupSonstigeSumme
in Mio. €BuchwertBeizule-
gender
Zeitwert
 BuchwertBeizule-
gender
Zeitwert
BuchwertBeizule-
gender
Zeitwert
BuchwertBeizule-
gender
Zeitwert
BuchwertBeizule-
gender
Zeitwert
Langfristige Vermögenswerte  
Geschäfts- oder Firmenwerte32618641466992
Sonstige immaterielle Vermögenswerte71385024346510457651.408
Sachanlagen55224646115454
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen10101010
Sonstige langfristige Vermögenswerte14414466868611237237
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte1251351818143153
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und sonstige Forderungen12121181183113112424465465
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte1111446969118585
Liquide Mittel2727919155551313186186
 
Schulden
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen6666
Finanzschulden4694691931931414676676
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten22626940503605244344669887

Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden erfolgt bei der Anwendung des IFRS 3 vorrangig nach dem marktpreisorientierten Verfahren. Danach werden Vermögenswerte und Schulden mit ihren an einem aktiven Markt feststellbaren Preisen bewertet. Ist eine Bewertung nach dem marktpreisorientierten Verfahren nicht möglich, wird das kapitalwertorientierte Verfahren herangezogen. Danach ergibt sich der beizulegende Zeitwert eines Vermögenswerts bzw. einer Schuld als Barwert der zukünftig zufließenden bzw. abfließenden Zahlungen (Cashflows).

Ende April 2013 platzierte Bertelsmann rund 23,5 Mio. Aktien der RTL Group zu einem Preis von 55,50 € je Aktie. Die Prüfung einer möglichen Platzierung wurde bereits im Januar 2013 bekannt gegeben. Weitere 2 Mio. Aktien wurden Anfang Oktober 2013 zu einem Preis von 75,81 € je Aktie veräußert. Beide Transaktionen wurden in Übereinstimmung mit IAS 27 als Eigenkapitaltransaktion bilanziert. Die Differenz zwischen der erhaltenen Gegenleistung in Höhe von 1.303 Mio. € für die Ende April platzierten Aktien und dem auf die veräußerten Anteile entfallenden Buchwert in Höhe von 396 Mio. € wurde nach Abzug der Transaktionskosten im Eigenkapital in den Gewinnrücklagen erfasst. Die Transaktion bewirkte eine Erhöhung des auf die Bertelsmann-Aktionäre entfallenden Eigenkapitals um 873 Mio. € und des auf die nicht beherrschenden Anteilseigner entfallenden Eigenkapitals um 396 Mio. €. Auch die aus der zweiten Platzierung resultierende Differenz zwischen der erhaltenen Gegenleistung in Höhe von 152 Mio. € und dem auf die veräußerten Anteile entfallenden Buchwert in Höhe von 32 Mio. € wurde nach Berücksichtigung der Transaktionskosten im Eigenkapital in den Gewinnrücklagen erfasst. Die zweite Transaktion bewirkte eine zusätzliche Erhöhung des auf die Bertelsmann-Aktionäre entfallenden Eigenkapitals um 118 Mio. € und des auf die nicht beherrschenden Anteilseigner entfallenden Eigenkapitals um 32 Mio. €. Bertelsmann bleibt nach beiden Transaktionen mit einem Anteil von 75,1 Prozent am Grundkapital weiterhin Mehrheitsgesellschafter der RTL Group.

Aus den getätigten Desinvestitionen erzielte der Konzern nach Berücksichtigung abgehender liquider Mittel Zahlungseingänge in Höhe von 7 Mio. € (Vj.: -9 Mio. €).

Die Desinvestitionen haben zu einem Ertrag aus Endkonsolidierung von 3 Mio. € (Vj.: 2 Mio. €) geführt. Ihre Auswirkungen auf die Vermögenswerte und Schulden des Konzerns zum Zeitpunkt der Endkonsolidierung zeigt die nachfolgende Tabelle:

Auswirkungen der Desinvestitionen  

in Mio. €2013
Langfristige Vermögenswerte
Geschäfts- oder Firmenwerte-18
Sonstige immaterielle Vermögenswerte-4
Sachanlagen-7
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte-6
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte-75
Liquide Mittel-19
 
Schulden
Sonstige finanzielle und nicht finanzielle Verbindlichkeiten-93

In der folgenden Tabelle werden die Auswirkungen der im Berichtsjahr getätigten Transaktionen auf das den Bertelsmann-Aktionären zuzurechnende Eigenkapital dargestellt, die nicht zu einer Änderung der Beherrschungsverhältnisse an dem jeweiligen Tochterunternehmen geführt haben:

Auswirkungen von Anteilsänderungen an Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung  

in Mio. €20132012
Veräußerung der Aktien an der RTL Group991
Zusammenschluss der Verlagsgruppen Random House und Penguin411
Sonstige-14-15
1.388-15

Nicht fortgeführte Aktivitäten

Das Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Aktivitäten von -58 Mio. € umfasst nicht zahlungswirksame Nachlaufeffekte im Zusammenhang mit dem Verkauf des ehemaligen Unternehmensbereichs Direct Group.

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Schulden im Zusammenhang mit den zur Veräußerung gehaltenen Vermögenswerten

Die Buchwerte der als zur Veräußerung gehaltenen klassifizierten Vermögenswerte und zugehörigen Schulden, die in der Berichtsperiode auf den Unternehmensbereich RTL Group (Mistergooddeal SA) und Corporate Investments (im Wesentlichen Euromedia Group) entfallen, sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und zugehörige Schulden  

in Mio. €31.12.201331.12.2012
AKTIVA
Langfristige Vermögenswerte
Sonstige immaterielle Vermögenswerte4
Sachanlagen3
Sonstige langfristige Vermögenswerte3
Aktive latente Steuern1
Kurzfristige Vermögenswerte
Vorräte19
Sonstige kurzfristige Vermögenswerte311
Liquide Mittel102
 
PASSIVA
Langfristige Schulden
Passive latente Steuern1
Kurzfristige Schulden
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen35
Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten71
   

Am 18. Dezember 2013 gab die zur RTL Group gehörende Groupe M6 bekannt, in fortgeschrittenen Verhandlungen mit der Groupe Darty plc bezüglich der Veräußerung sämtlicher Anteile an Mistergooddeal SA zu stehen. Daher werden sämtliche Vermögenswerte und Schulden von Mistergooddeal SA als zur Veräußerung gehalten klassifiziert.

Im Dezember 2013 wurde der Verkauf des tschechischslowakischen Buch- und Verlagshauses Euromedia Group mit der tschechischen Investmentfirma Arraviet unterzeichnet. Die Transaktion umfasst alle Geschäfte von Euromedia – Buchclubs, Buchhandel, Distribution und Verlage – in den beiden Ländern. Der Verkauf der Euromedia Group steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der zuständigen Kartellbehörde in Tschechien.

Die oben genannten Veräußerungsgruppen wurden zum beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Davon sind 9 Mio. € der Stufe 1 und 3 Mio. € der Stufe 3 der Hierarchie der nicht wiederkehrenden beizulegenden Zeitwerte zuzuordnen. Die Bewertungen der Stufe 3 basieren auf den Informationen der laufenden Vertragsverhandlungen. Die ergebniswirksam erfassten Wertminderungsbeiträge sind unter den „Sonstigen betrieblichen Aufwendungen“ erfasst.

Quotenkonsolidierung

Die 34 (Vj.: 33) quotal einbezogenen Gemeinschaftsunternehmen hatten folgenden Einfluss auf das Vermögen und die Schulden sowie auf die Erträge und Aufwendungen des Bertelsmann-Konzerns:

Auswirkungen der Quotenkonsolidierung  

in Mio. €31.12.201331.12.2012
Langfristige Vermögenswerte2827
Kurzfristige Vermögenswerte8687
 
Langfristige Schulden1
Kurzfristige Schulden6058
in Mio. €20132012
Erträge220304
Aufwendungen205271

Währungsumrechnung

Jahresabschlüsse von Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen, die in Fremdwährung aufgestellt wurden, werden gemäß IAS 21 nach dem Konzept der funktionalen Währung in Euro umgerechnet, bevor sie in den Bertelsmann-Konzernabschluss einbezogen werden. Die Umrechnung der Vermögenswerte und Schulden in die Berichtswährung erfolgt zum Stichtagskurs am Bilanzstichtag, während die Gewinn- und Verlustrechnung mit dem Durchschnittskurs des Geschäftsjahres umgerechnet wird. Unterschiede aus der Währungsumrechnung werden im sonstigen Ergebnis erfasst. Solche Differenzen entstehen bei der Umrechnung von Bilanzposten zu einem Stichtagskurs, der vom vorherigen Stichtagskurs abweicht, sowie durch den Unterschied zwischen Durchschnitts- und Stichtagskurs bei der Umrechnung des Konzernergebnisses. Zum Zeitpunkt der Endkonsolidierung von Konzerngesellschaften werden die jeweiligen kumulierten Umrechnungsdifferenzen, die bis zu diesem Zeitpunkt im sonstigen Ergebnis erfasst und in einem separaten Bestandteil des Eigenkapitals kumuliert wurden, vom Eigenkapital in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Für die aus der Sicht des Bertelsmann-Konzerns wichtigsten Fremdwährungen wurden für Zwecke der Währungsumrechnung folgende Euro-Wechselkurse zugrunde gelegt:

Euro-Wechselkurse der wichtigsten Fremdwährungen  

DurchschnittskurseStichtagskurse
Fremdwährung für 1 €2013201231.12.201331.12.2012
Australischer DollarAUD1,37721,24081,54231,2712
Kanadischer DollarCAD1,36781,28451,46711,3137
Schweizer FrankenCHF1,23101,20531,22761,2072
Yuan RenminbiCNY8,16408,10798,34918,2207
Pfund SterlingGBP0,84920,81090,83370,8161
Japanischer YenJPY129,73102,52144,72113,61
US-DollarUSD1,32801,28531,37911,3194